Vom Hobbyspieler zum Profi

Schritte in den Profibereich – ein Artikel von Jonathan Busch.

Wer hat insgeheim nicht schon mal davon geträumt, sein Hobby zum Beruf zu machen? Ganz ehrlich, was gibt es Cooleres, als dafür bezahlt zu werden, den ganzen Tag seiner Leidenschaft nachzugehen, insbesondere, wenn es sich dabei um Gaming handelt?
Nicht jeder Profispieler kann aber auch grundsätzlich seinen Lebensunterhalt mit Gaming bestreiten, aber wenn man es beispielsweise bis zur Teilnahme an der LCS schafft, kann man sich beruhigt auf das Spielen konzentrieren, ohne dass man sich zu viele Gedanken darüber machen müsste, wie man seine Rechnungen bezahlt.
Vom Hobbyspieler zum Profi.

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Foto:„TI5 In Key Arena7 von Bman854“ – Eigenes Werk. Licensed under CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Eine Halle voller Gamer – eSports macht mobil.

Manchmal kann auch der Gewinn eines einzigen großen Turniers reichen, um den Schritt in den Profibereich zu schaffen. Die großen Turniere locken inzwischen mit wahnwitzigen Preisgeldern. Bei einem der größten eSports Turniere der Welt, The International, wird das beste DotA 2 Team der Welt ermittelt. Bei der aktuellen Ausgabe bekam das vierköpfige Siegerteam Evil Geniuses unglaubliche 6.634.661 Dollar ausbezahlt, was einen pro Kopf Gewinn von über 1,6 Mio Dollar bedeutete. Auch die Tatsache, dass man inzwischen auch längst auf den Ausgang diverser Turniere Online Wetten abschließen kann, zeigt welche Bedeutung und welches Ausmaß die Welt des eSports inzwischen angenommen hat. Da ist es natürlich nicht verwunderlich, dass solche Summen einen großen Reiz auf die meisten Hobbyspieler ausüben und den Wunsch, Profi zu werden, weiter schüren.

Aber wie im wahren Leben bekommt man auch beim Gaming nichts geschenkt und man muss schon zu den besten Spielern der Welt oder zumindest seines Landes gehören, um davon leben zu können. Der Weg an die Spitze ist wirklich kein Spaziergang. Bevor man überhaupt an einem solchen Turnier teilnehmen kann, muss man schon einiges geleistet und diverse Stufen, Turniere und Ligen durchlaufen und erfolgreich bestanden haben. Das alles bedarf natürlich viel Übung und man muss dementsprechend viel (weitestgehend unbezahlte) Zeit investieren. Und ein bisschen Glück kann die Karriere natürlich auch etwas schneller vorantreiben, wenn man z.B. zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und die richtigen Leute trifft.

Profi zu sein bedeutet aber nicht nur mindestens 8-10 Stunden pro Tag zu spielen, um seine Leistungen zu verbessern, sondern sich auch um viele andere Dinge zu kümmern. Man muss sich zu Turnieren anmelden, Reisen planen, Fantreffen besuchen oder gar organisieren, Interviews geben etc pp. Ähnlich wie bei anderen Profis im Bereich Sport oder Musik, kann der Kalender dann so gefüllt sein, dass das eigene soziale Leben unter Umständen darunter leidet.

Es gibt also nicht nur Vorteile, allerdings wären sicherlich viele Spieler bereit diese Einschränkungen hinzunehmen, wenn sie dafür den Weg in die Professionalität einschlagen könnten. Als Eltern eines eSportlers, der eine professionelle Karriere anstrebt, sollte man sich auch hüten, diesen Wunsch als Spinnerei abzutun und nicht ernst zu nehmen. Man sollte es genauso als Berufswunsch akzeptieren, wie jeden anderen Beruf auch. Natürlich sollten sich aber auch alle Beteiligten darüber im Klaren sein, dass die Chancen darauf, ein Profi Gamer zu werden doch erheblich geringer sind, als die Chancen auf eine Karriere als Arzt oder Banker. Deshalb ist es auch trotz aller Ernsthaftigkeit, mit der man diesen Versuch angeht, sicherlich angebracht, die Schule mit einem ordentlichen Abschluss zu beenden und sich einen soliden Plan B zurechtzulegen.
Profis achten auf die eigene Sicherheit.